Kaum war der Pulverdampf des Familiendramas mit zwei Toten verzogen, bekommt der Totengräber im verträumten Schwandorf schon wieder Arbeit: Fußgänger fanden einen weiteren Toten – allerdings “nur” mit Stichwunden.
Im Laufe der Zeit sind mir ettliche Fälle “durch das Raster” gefallen, weil ich mich zu lange mit der Recherche nach legal/illegale Schusswaffe aufgehalten habe. Ein Umstand, der bei Messern nicht zum tragen kommt, denn Messer sind allesamt illegal (zumindest wenn ohne sozial adäquaten Zweck mitgeführt). Ausnahmen bilden da nur die Küchenmesser in den eigenen vier Wänden. Um es kurz zu machen: sofern nicht im direkten Umfeld und zeitnah der Hinweis auf legalen Waffenbesitz kommt, wird von nun an jede Meldung unter illegale Schusswaffe verbucht.
Und wenn ich in knapp 3 Jahren Blogzeit irgendwas gelernt habe, dann dass unsere Journaille jeden Mißbrauch legaler Schuswaffen aufbläst, als wäre es der Untergang der zivilisierten Welt. Bei illegalen Schusswaffen hat man bereits nach 24 Stunden Mühe, die Meldung überhaupt noch zu finden.
UPDATE: Wie ich eben aus weiteren Meldungen entnehmen konnte, handelte es sich um frei verkäufliche Vorderladerwaffen. Woher das Schwarzpulver stammte, wird nicht verraten. Es ist daher davon auszugehen, dass es illegal beschafft wurde.
Die RP-Online berichtet aus Schwandorf, ebenso der Focus, die BILD und das “Wochenblatt” (?). Interessant ist dabei, dass bei dem Schusswaffenmord immer von 2 Opfern die Rede ist. Das ist zwar mathematisch korrekt doch handelte es sich bei dem einen um den Täter, welcher sich das Leben nahm. Trotzdem wird dieser Umstand so dargestellt, als ob ein (dritter) Täter zwei Menschen getötet hätte. Ein Schelm wer böses dabei denkt…
Schwandorf/Regensburg (RPO). Blutiger Fund in Süddeutschland: Die Polizei Oberpfalz hat am Mittwochabend zwei Männer erschossen in einem Haus im bayerischen Schwandorf gefunden. [...]
Quelle: RP-Online
Schwandorf/Amberg (dpa/lby) – Nach dem Familiendrama mit zwei toten Brüdern in der Oberpfalz hat die Kripo den Tatablauf rekonstruiert. Demnach tötete der 52-Jährige den 49-Jährigen vermutlich mit zwei Schüssen in den Kopf, wie die Staatsanwaltschaft Amberg am Freitag mitteilte. Anschließend ging er in ein benachbartes Zimmer im Haus seiner Eltern ein und schoss sich mit einem Gewehr in den Kopf. «Das war kein schöner Anblick», sagte ein Polizeisprecher in Regensburg. [...]
Quelle: BILD
Die Polizei Oberpfalz hat am Mittwochabend zwei Männer erschossen in einem Haus im bayerischen Schwandorf gefunden. Die Identität der Opfer ist bislang unbekannt. [...]
Quelle: FOCUS
Die Tötungsdelikt von Schwandorf und Altenstadt sind noch nicht restlos geklärt, da erschüttert bereits wieder ein Leichenfund die Region. In Weiden wurde am Mittwoch, 25. Januar, gegen 19.30 Uhr eine männliche Leiche gefunden. Auf dem Verbindungsradweg vom Weidener Stadtteil Konradshöhe nach Ermersricht fanden Fußgänger den bisher nicht identifizierten Mann. Diese weist erhebliche Stichverletzungen auf, außerdem wurde in der Nähe des Leichnams eine Armbrust gefunden. [...]
Quelle: Wochenblatt
UPDATE:
[...] Dem ersten Anschein nach, handelt es sich bei den drei aufgefundenen Waffen um einläufige, einschüssige Perkussionswaffen. Diese müssen nun ballistisch untersucht werden. Dabei soll auch festgestellt werden, ob die Waffen funktionsfähig sind, welche der Pistolen beim Tatgeschehen benutzt wurden und ob waffenrechtliche Erlaubnisse für deren Besitz notwendig sind. [...]
Quelle: Neumarkt Online
Anmerk. d. Red.: Nein, für Perkusionswaffen muß man nur 18 Jahre sein. Lediglich das Treibladungsmittel “Schwarzpulver” darf nur mit einer staatl. Erlaubnis nach §27 SprengG erworben werden…