Eislingen und die Forderung "Keine Waffen in Privathaushalten"

Der Vierfachmord von Eislingen wird sicher jedem noch ein Begriff sein. Bei der Verhandlung kam es nun -lt. FAZ- zu einer „dramatische Wende“.

Das finde ich auch – allerdings in einem anderen Zusammenhang…

Die FAZ berichtet:

[…] Einer der zwei Angeklagter hat die Schuld auf sich genommen und gestanden, die tödlichen Schüsse auf die Eltern und beiden Schwestern des zur Tatzeit 18-jährigen Mitangeklagten allein abgegeben zu haben. Der Sohn der getöteten Familie habe ihn darum gebeten, sagte der 19-jährige Fredrik B. nach Angaben des Landgerichts Ulm am Mittwoch. […]

Diese Passage ist nach Meinung der FAZ die „dramatische Wende“ des Falls. Worin das begründet ist, erschließt sich mir noch nicht. Wer nun die tödlichen Schüsse abfeuerte, ob allein, zu zweit, händchenhaltend oder nacheinander – dürfte für die Opfer sekundär sein. Tot bleibt tot, eine Impfung gegen Herzsteckschuß gibt es noch nicht.

Wirklich dramatisch ist der folgende Absatz des Artikels:

Zuvor hatte sich der 19-Jährige bereits zu dem Einbruch in die Schützengilde in Eislingen geäußert, bei dem die zwei Angeklagten unter anderem die beiden Tatwaffen gestohlen haben. Die beiden Schulfreunde hätten die Waffen unabhängig von den Morden gestohlen, sagte der 19-Jährige nach Angaben seines Anwalts aus. Sie seien „in den Wald gegangen, um damit zu schießen“, habe sein Mandant hinzugefügt. […]

Neben dem Einbruch in die Schützengilde werden den beiden Angeklagten auch weitere Einbrüche und Diebstähle vorgeworfen. Diese hatte der Schulfreund bereits an einem vorherigen Verhandlungstag gestanden. […]

Quelle: FAZ

Diese belegt ganz eindeutig folgende Tatsachen:

  1. Die dezentrale Aufbewahrung von Schußwaffen in den privaten Räumen ist die sicherste Aufbewahrung, da sie selbst gegen „Maulwürfe“ im Schützenverein wirksam ist (mindestens einer der Täter war ehemaliges Mitglied und wußte um die Aufbewahrung bescheid).
  2. Die Beschaffung illegaler Waffen in Deutschland stellt kein Problem dar; auch wenn das von der Politik immer wieder gerne so propagiert wird, so ist die illegale Beschaffung ein Kinderspiel im Vergleich zur legalen Beschaffung.
  3. Die Bewaffnung der Täter ist eine konsequente und zwangsläufige Entwicklung der kriminellen Karriere; d.h. früher oder später greifen die meisten Täter irgendwann zu Waffen – das Opfer bleibt in Deutschland per Gesetz unbewaffnet!

Oder um es einfacher auszudrücken: Nicht jeder Waffenbesitzer ist ein Krimineller – aber jeder Kriminelle wird (früher oder später) zum Waffenbesitzer.

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